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ZigBee-Funk: Smart-Home-Standard im Umbruch

ZigBee-Funk: Smart-Home-Standard im Umbruch

Mit Philips Hue und Osram Lightify setzen die wohl bekanntesten smarten LED-Lampen auf ZigBee-Funk. In anderen Bereichen des Smart-Homes findet man den Standard dagegen seltener. Das soll sich in Zukunft ändern. 

Eine Reihe an Standards tummeln sich im Smart-Home, vor allem wenn es um die Übertragung von Befehlen und Informationen per Funk geht. Genauso wie Z-Wave, Bluetooth Low Energy und DECT ULE konzentriert sich ZigBee auf den besonders stromsparenden Transport. Deshalb lassen sich keine Audio- und Videosignale über ZigBee übertragen, im Gegensatz zu beispielsweise WLAN. Dafür gibt es Komponenten, denen eine handelsübliche Batterie als Energiequelle reicht. Klar, die Batterie hält nicht ewig, doch ein Jahr sollten die Batterie in der Regel durchhalten.

ZigBee-Funk: Osram Lightify

Die LED-Lampen Osram Lightify erhalten per ZigBee die Information, welche Farbe sie annehmen sollen. (Bild: osram.de)

Für die Übertragung nutzt ZigBee meist den Bereich um 2,4 GHz. Dieser Frequenzbereich ist auf der gesamten Welt lizenzfrei. Im Normalfall funktioniert darum ein ZigBee-Produkt überall auf der Welt. Der Nachteil ist jedoch, dass in diesem Bereich auch WLAN und Bluetooth funken und das ZigBee-Signal stören können. Generell spricht man bei ZigBee-Funk von einer Reichweite innerhalb eines Hauses von 10 bis 15 Metern für batteriebetriebene Produkte. Bei Produkten mit Anschluss ans Stromnetz sind es rund 5 Meter mehr.

Vermaschtes Funknetz

Um die Reichweite zu steigern, baut ZigBee ein sogenanntes vermaschtes Netzwerk auf. Die Smart-Home-Zentrale muss deshalb etwa nicht direkt zu einer vernetzten LED-Lampe funken, sondern die Lampen dazwischen können das Signal weiterleiten.

Mit LED-Lampen kommt der Funkstandard derzeit auch vor allem zum Einsatz. So nutzen beispielsweise Philips Hue und Osram Lightify den Standard. Genauer gesagt setzen sie auf das Profil ZigBee Light Link. Daneben existiert das Profil Home Automation, was auf die Haussteuerung spezialisiert ist. Entsprechende Produkte gibt es beispielsweise von Bitron Home und Lupus Electronics. Und es bestehen noch viele weitere Profile.

Hersteller können außerdem Erweiterung vornehmen, die im Standard nicht enthalten sind. Das führt dazu, dass sich viele ZigBee-Produkte untereinander nicht verstehen. Zum Beispiel können sich die LED-Lampen von Philips Hue nicht direkt mit den Zentralen von Osram Lightify und Bosch Smart Home verbinden, obwohl sie eigentlich den Standard beherrschen. Das ist auch ein Grund, warum sich ZigBee in anderen Bereichen außerhalb der Lichtsteuerung nicht sonderlich weit verbreitet hat.

Zigbee: Qivicon Home Base

Durch Anschließen eines USB-Sticks wird die QIVICON Home Base kompatibel zu ZigBee. Dadurch kann sie sich direkt mit Produkten von Osram Lightify und Bitron Home verbinden. Für Philips Hue bedarf es dagegen zusätzlich der Hue Bridge. (Bild: qivicon.de)

ZigBee-Funk für ein offenes Smart-Home

Ein weiterer Punkt, der dem Standard Kritik eingebracht hat: ZigBee Light Link besitzt eine Sicherheitslücke. In der Praxis dürfte sie jedoch Hackern nur wenig helfen, da sie nur beim Koppeln neuer Produkte besteht.

Diese Probleme soll die ZigBee-Version 3.0 beheben, die kurz vor der Finalisierung steht. Auch aktuelle Produkte sollen zu dem neuen Standard kompatibel sein. Dann wird hoffentlich Realität, was der Standard verspricht: Ein offenes Smart-Home über alle Hausbereiche und Herstellergrenzen hinweg.

Mehr Informationen: ZigBee Alliance, www.zigbee.org

Startbild: Philips Hue, hue.philips.de

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