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Bosch Automotive: Touchscreens mit Knöpfen und sicheres Fahren mit Hilfe der Cloud

Bosch Automotive: Touchscreens mit Knöpfen und sicheres Fahren mit Hilfe der Cloud

Bosch baut keine Autos, aber ohne das Unternehmen würden die meisten modernen Autos keinen Meter weit fahren. Die Stuttgarter sind eines der innovativsten seiner Art und sind vor allem beim Thema Vernetzung und automatisiertes Fahren ganz vorn dabei.

Gastautor: Ralf Bernert

Die Geschichte von Bosch Automotive begann vor 129 Jahren in einem Hinterhof in Stuttgart. Mit Magnetzündern für Gasmotoren begann die Geschichte der Robert Bosch GmbH. 1906 wurde die ersten Zünder für Automobile gefertigt und der Weg zu einem der wichtigsten Zulieferer der Autoindustrie war geebnet. Wir alle kennen die wichtigsten Produkte von Bosch: Scheinwerfer, Scheibenwischer, Zündanlagen und ABS, elektronische Motorsteuerung, Antischlupfregelung oder das Xenon-Licht.

Heute arbeiten über 130.000 Spezialisten für das Traditionsunternehmen. Einige von ihnen kümmern sich um die automobile Zukunft und die besteht aus alternativen Antrieben, automatisiertes Fahren, hochmoderne Steuerungs- und Kontroll-Technologie, Kommunikations-Tools und der Vernetzung aller Dinge mit dem Auto und dem eigenen Heim. Einige davon hat Bosch im Rahmen der CES 2016 in Las Vergas vorgestellt und die sind nicht so weit von der Serienfertigung entfernt.

Auf der CES 2016 zeigte Bosch in einem Showcar eine neue Art der Kommunikation zwischen Mensch und Technik. Armaturenbrett und Mittelkonsole sind in einem rein elektronischen Display vereint. Dessen Inhalte passen sich an die aktuelle Umgebung des Fahrzeugs an.

Auf der CES 2016 zeigte Bosch in einem Showcar eine neue Art der Kommunikation zwischen Mensch und Technik. Armaturenbrett und Mittelkonsole sind in einem rein elektronischen Display vereint. Dessen Inhalte passen sich an die aktuelle Umgebung des Fahrzeugs an.

Bosch Automotive: Der Knopf ist nicht da, aber man spürt ihn trotzdem

Da wäre zum Beispiel der Touchscreen, der einen Knopf simuliert. Also ein haptisches Erlebnis erzeugt, ohne dass man einen Knopf zum Anfassen hat. Bosch nennt das einen „haptischen Touchscreen“ und das klingt nach gleichzeitigem Vor- und Rückschritt. Der Touchscreen hat sich mittlerweile als Standard bei der Bedienung von Smartphones, Tablets und so weiter etabliert.

Bosch Automotive

Auf der CES 2016 zeigt Bosch einen Touchscreen mit haptischem Feedback. Die dargestellten Tasten auf dem Touchscreen fühlen sich wie realistische Knöpfe an, so dass die Orientierung beim Bedienen oft auch ohne hinzusehen möglich ist. Der Blick kann dadurch wesentlich häufiger auf der Straße verbleiben.

Trotzdem scheint die Zahl der Menschen, die gerne einen Knopf drücken oder einen Schalter bewegen wollen weiter zu wachsen. Ob aus nostalgischen Gründen oder weil´s praktischer ist, sei dahin gestellt. Jedenfalls präsentierte Bosch in Las Vegas einen Touchscreen, der dem Finger ein Feedback gibt, das eine klassische Bedienung ermöglicht. Der Knopf ist nicht da, aber man spürt ihn trotzdem. Natürlich werden keine echten Knöpfe erzeugt, da die Oberfläche des Screens je nach Funktion unterschiedlich strukturiert ist. Sie kann also rau, glatt, geriffelt oder anders gemustert sein. Je nach Einstellung. Genau das soll laut Bosch die Bedienung ohne Blickkontakt zum Screen ermöglichen.

Mehr Sicherheit durch die Cloud – Bosch schickt Warnmeldungen an andere Autos

Beim Thema Sicherheit und Vernetzung hat sich Bosch mit der Problematik des Falschfahrens beschäftigt. Die Schwaben wollen die Zeit bis zur Radio-Meldung über einen Geisterfahrer deutlich verkürzen. Über einen Cloud-Dienst und einen Sensor im Auto es Sekunden nachdem es auf die falsche Auffahrt fuhr eine Meldung in die Cloud. Diese informiert dann alle in der Nähe fahrenden Autos über den Geisterfahrer. Laut Bosch soll dieser Service bereits ab diesem Jahr als Cloud-Dienst verfügbar sein.

In vier Jahren, also ab 2020, soll der erste Autobahnpilot seinen Dienst antreten. Die Entwickler bei Bosch zeigten dazu in Las Vegas erste Vorserien-Produkte. „Connected Horizon“ kann dank seiner Vernetzung aktuelle Verkehrsinformationen direkt auf einem Bildschirm darstellen. Staus hinter einer Kurve, Unfälle an unübersichtlichen Stellen oder Glatteis können so direkt ins Navigations-System eingestellt und auf dem Screen dargestellt werden. Bei akuten Gefahren, ein Fußgänger nähert sich dem fahrenden Auto von der Seite, kann zum Beispiel über eine optische Warnung ein Unfall vermieden werden. Die leitet dann über die Sensorik des Fahrzeuges eine Notbremsung ein.

Bosch Automotive

Armaturenbrett und Mittelkonsole des Showcars sind in einem rein elektronischen Display vereint. Dessen Inhalte passen sich an die aktuelle Umgebung des Fahrzeugs an.

In den kommenden Jahren werden die Entwickler von Bosch das automatisierte Fahre weiter voran bringen. Die Stuttgarter sind derzeit in Deutschland, den USA und Japan mit entsprechenden Versuchsfahrzeugen unterwegs. Das Ziel ist die Serienreife des Autobahnpilot, der laut Bosch die „komplett die Aufgaben und die Verantwortung des Fahrers übernimmt“ und dabei das Unfallrisiko deutlich verringern soll. Natürlich wird Bosch weiterhin Scheibenwischer, Zündanlagen für Verbrennungsmotoren, ABS-Systeme und so weiter entwicklen und verkaufen. Aber wir werden in Zukunft noch weit mehr von den cleveren Tüftlern aus Stuttgart erleben können.

Informationen: Bosch, www.bosch.de

Bilder: Bosch

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